Historisch niedriges Zinsniveau: Lohnt sich Bausparen überhaupt noch?

Montag, 9. Januar 2012

Viele Bauherren fragen sich, ob sie sich nicht lieber die derzeit günstigen Hypothekenzinsen sichern sollten als einen Bausparvertrag abzuschließen. Welche Entwicklungen und Bestimmungsgrößen sind bei der Beantwortung dieser Frage zu berücksichtigen?

Prognose zu den Hypothekenzinsen für 2012 und später

Immobiliendarlehen sind auf Zeiträume von mindestens 10 Jahren angelegt, um die monatliche Belastung nicht durch hohe Tilgungsleistungen ausufern zu lassen. Für 10 Jahre fest zahlt man momentan noch etwa 3 bis 4 % Zinsen pro Jahr effektiv, je nach Bonität und Absicherung. Obwohl die Europäische Zentralbank den Leitzins wiederholt gesenkt hat, rechnen Fachleute mit einem steigenden Zinsniveau. Grund ist die Zurückhaltung der Anleger bei der klassischen Refinanzierungsquelle der Banken für Hypothekendarlehen, nämlich den Bankschuldverschreibungen und Pfandbriefen. Die Banken müssen demzufolge höhere Zinsen bieten, was sich zwangsläufig auf die langfristigen Kreditzinsen auswirken wird. Die Effektivzinssätze für 10jährige Zinsfestschreibungen dürften Ende 2012 für Privatverbraucher bei 5 % liegen, mit steigender Tendenz.

Staatliche Förderung des Bausparens

Die oft kritisierten niedrigen Guthabenzinsen werden durch staatliche Förderung in Form von Wohnungsbauprämie (8,8 % der Sparbeiträge) und Arbeitnehmer-Sparzulage (9 % der vermögenswirksamen Leistungen) aufgestockt. Je nach Tarif liegt der Zinssatz des späteren Bauspardarlehens bei 2 oder 3 % p. a.

Sinnvolle Verbindung von klassischen Hypothekendarlehen mit Bauspardarlehen

Für den erststelligen Beleihungsraum einer Immobilie, das heißt für den Bereich bis zu 60 % des von der Bank ermittelten Beleihungswertes, empfiehlt sich ein langfristiges Hypothekendarlehen – eventuell unter Abschluss eines Forward-Darlehens zwecks Sicherung des momentan noch günstigen Zinsniveaus. Für nachrangige Beleihungen ist nach wie vor ein Bauspardarlehen ratsam.

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