Unternehmensanleihen 2012: Alternative zu renditearmen Bundesanleihen?
Sicherheitsorientierte Anleger von Bundesanleihen sind unzufrieden mit den Zinserträgen, die nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen. Sie fragen sich, ob sie ihren bescheidenen Wunsch nach einer positiven realen Verzinsung nicht besser mit Unternehmensanleihen realisieren sollten.
Magisches Dreieck ‘Sicherheit, Flexibilität, Rendite’
Es gilt der Grundsatz, dass Anlagen mit vorgeblich stattlicher Rendite zulasten von Sicherheit und Flexibilität gehen und vermeintlich sichere Anlagen niedrige Erträge erzielen. Bislang galten Staatsanleihen als sicher, wenn auch niedrig verzinslich. Spätestens seit der Schuldenkrise gilt dieser Sicherheitsaspekt nicht mehr. Selbst die Bundesrepublik Deutschland ist hoch verschuldet und muss sich regelmäßig mit neuen Anleihen Geld am Kapitalmarkt borgen. Die Rendite für Bundesanleihen mit 5 Jahren Restlaufzeit liegt bei etwa 1 % pro Jahr (Stand: 29.12.2011). Im Vergleich zur Inflationsrate (ca. 2,5 %) und zur Verschuldungsquote des Staates (ca. 85 % des Bruttoinlandsprodukts) erscheinen die Zinsen unangemessen niedrig. Dies liegt wesentlich an der hohen Nachfrage aus dem Ausland und der Politik des billigen Geldes der Europäischen Zentralbank, die auch auf die langfristigen Zinsen durchschlägt.
Bundesanleihen vs. Unternehmensanleihen
Die Verzinsung von Unternehmensanleihen hängt in erster Linie von der Bonität der emittierenden Gesellschaften ab. Anleihen von bonitätsmäßig einwandfreien Unternehmen (Rating: AA oder besser) bieten bei fünfjährigen Laufzeiten mindestens 4 % Zinsen. Es besteht also die paradoxe Situation, dass hoch verschuldete Industrieländer niedrigere Zinsen offerieren als sehr gut positionierte internationale Konzerne mit hoher Eigenkapitalquote.Resümee
Wer Geld anlegen möchte, ist mit Anleihen von Unternehmen sehr guter Bonität und niedriger Fremdverschuldung ebenso auf der sicheren Seite wie bei den deutlich niedriger verzinsten Bundesanleihen.
