Kuriose Finanzprodukte – Erfolg von Kinofilmproduktionen schätzen und abkassieren
In den USA gab es schon immer Dinge, zu denen man hierzulande nur mit dem Kopf schütteln konnte. Nun hat die US-Finanzaufsicht eine ganz neue Form von Wertpapieren für den US-amerikanischen Markt zugelassen. Dabei handelt es sich um Derivate, bei deren Erwerb der Kunde den Erfolg bestimmter Kinofilmproduktionen schätzt.
Kreativ sind die US-Amerikaner schon immer gewesen. Unzählige Produkte existieren in den USA, die hierzulande nicht einmal denkbar wären. Inzwischen taucht ein weiteres, äußerst kurioses Finanzprodukt am US-amerikanischen Markt auf, das sich mit dem Erfolg bestimmter Kinofilmproduktionen beschäftigt. Es sind Wertpapiere am Markt erhältlich, mit deren Kauf die Anleger den Erfolg schätzen. Sind die Einnahmen des Films am Startwochenende höher als ein bestimmter vorgegebener Wert, so erhalten die Investoren satte Gewinne für ihre Derivate. Erreichen die Einnahmen diesen Wert jedoch nicht, sinkt der Wert der Derivate, und der Käufer hat einen Verlust zu beklagen. Die US-Finanzbehörde hat diese spezielle Art von „Wettscheinen“ offiziell genehmigt. Der Filmindustrie gefällt dies überhaupt nicht. In der Branche befürchtet man Insidergeschäfte, um die Investitionen zu manipulieren. Obwohl diese Art der Geldanlage bereits genehmigt ist, kann die bevorstehende Finanzmarktreform das Ganze schon bald beenden. Sobald diese verabschiedet ist, könnten Wertpapiere, die den Erfolg von Kinofilmproduktionen schätzen, schon wieder vom Finanzmarkt verschwinden. Was übrig bleibt, ist ein Kopfschütteln und ein wenig Bewunderung für die ungeheure Kreativität der Amerikaner.
